Offene Tagung am 16. November in der IHK Frankfurt / AfL, IQ und IHK luden ein.
Das Konzept der eigenverantwortlichen Schule d. h. einer Schule, die größere pädagogische, personelle, organisatorische und finanzielle Gestaltungsspielräume bekommt, aber auch zur Rechenschaftslegung verpflichtet ist verlangt von allen Beteiligten die Hinterfragung eigener Gewohnheiten und eine Neudefinition der eigenen Rolle.
Im Mittelpunkt der Tagung stand die Frage, wie die Rolle der Lehrerinnen und Lehrer künftig aussehen wird: Was bedeutet die Formel von der Lehrkraft als Führungskraft? Beschreibt sie einfach den Ist-Zustand nämlich die Tatsache, dass Lehrerinnen und Lehrer seit jeher viele Dinge tun, die zu den Aufgaben von Führungskräften gehören? Oder hat die Formel eine normative Funktion? Soll sie signalisieren, dass sich etwas Grundlegendes ändern muss? Und wenn ja was? Bedeutet eigenverantwortliche Schule eine Umverteilung von Macht, die auch die Lehrkräfte betrifft? Werden tatsächlich innerschulische Führungsaufgaben an sie delegiert? Oder sind nur die Erwartungen gestiegen? Und was bedeutet die Forderung nach kompetenzorientiertem Unterricht für die tägliche Arbeit?
In die Veranstaltung führte ein Vortrag von Dr. Siegfried Uhl (IQ) ein, der einen Überblick über das breite Spektrum vergangener wie gegenwärtiger fast immer ambivalenter Lehrerbilder gab. Um die Herausforderungen des kompetenzorientierten Unterrichtens und ihre Auswirkungen auf die Rolle der Lehrkraft ging es in einem Vortrag von Prof. Dr. Olaf Köller (IQB, Berlin). In sechs parallelen Workshops, die jeweils von einem Impulsreferat eingeleitet wurden, wurde anschließend über einzelne Aspekte diskutiert: z. B. über Karrieremöglichkeiten, Gesundheit, berufsbegleitende Professionalisierung, Personalentwicklung oder neue Arbeitszeit- und Besoldungsmodelle. An der abschließenden Podiumsdiskussion wirkten Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Bereiche des Bildungswesens mit.