Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
mit dem Jahreswechsel geht das Institut für Qualitätsentwicklung (IQ) mit all seinen Leistungen und Aufgaben in eine neue Organisationsstruktur ein, die die Bezeichnung Landesschulamt und Lehrkräfteakademie
trägt. Dieser durch eine gesetzliche Regelung veranlasste Fusionsprozess soll die Chancen für ein Mehr an Synergie und Abstimmung erhöhen und damit noch passender für die Kunden dieser Einrichtung werden, die Schulen des Landes Hessen, die immer konsequenter den Weg zu Selbstständigkeit gehen können.
Acht Jahre hinweg hat das IQ den Qualitätsentwicklungsprozess im Lande Hessen zur schulischen Selbstständigkeit vorangetrieben, gestützt und gefördert: es hat mit dem Hessischen Referenzrahmen Schulqualität einen Qualitätsmaßstab für die Organisation Schule genauso definiert wie mit den unterrichtsbezogenen Bildungsstandards/Kerncurricula, die die Kompetenzen als eine Symbiose von Können und Wissen als Ziele der schulischen Arbeit bei den Schülerinnen und Schülern bestimmen. Erfolgreich war ebenfalls die Arbeit des IQ an Verfahren, die die Qualität nüchtern feststellen, sowohl der Schulen als System durch die Schulinspektion als auch der jeweiligen fachlichen Leistungsstände durch die zentralen Abschlussprüfungen. Nicht einfach war die Umsetzung und oft begleitete ein hartes Ringen um Akzeptanz die Arbeit des IQ. Die sogenannte neue Steuerung, die in der öffentlichen Diskussion immer wieder auch Missverständnisse über Ökonomisierung oder Verluste des Wissens mit sich brachte, ist noch heute ein Thema der Diskussion. Das Institut für Qualitätsentwicklung hat immer für das Konzept geworben, das ja eine Antwort auf nicht ignorierbare Defizite, also unbefriedigende schulische Ergebnisse in Deutschland darstellt, ebenso wie die systemischen Antwort, die Verwirklichung der inhaltlichen, schulischen Selbstständigkeit, die seit kurzem tatsächlich zu wachsen beginnt und zu adäquaten strukturellen Konzepten führen kann.
Mit dem Jahreswechsel eröffnet sich dem Institut für Qualitätsentwicklung auf der neuen vergrößerten Ebene der Unterstützung, Steuerung und Evaluation eine neue Chance wirksam zu werden, auch wenn der bundesweit renommierte Name IQ nicht mehr im Landesschulamt auftauchen wird. Es bleibt aber dabei: die Leistungen und Angebote des IQ wird es weiter in unveränderter Güte geben, nun in der Abteilung III des Landesschulamts und der Lehrkräfteakademie mit dem Abteilungsnamen Qualitätsentwicklung und Evaluation. Auch in Zukunft stehen die ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IQ für einen Ansatz, der Qualität nicht einfach nur behauptet, sondern sie so konkret formuliert, dass der jeweilige erreichte Stand nachprüf- und nachweisbar ist. Wir können Qualität nur gesichert entwickeln, wenn wir wissen, wo wir stehen und wo wir ansetzen können. Es genügt nicht, Gutes zu wollen, sondern wir müssen uns dann vergewissern, ob die Maßnahmen tatsächlich die Wirkungen zeigen, akzeptiert werden und positive Änderungsprozesse mit sich bringen. Dieses Denken ist Ausdruck der Bereitschaft, die Wirklichkeit ernst zu nehmen, zugleich die Abkehr von der Kultur des Schönredens und des Selbstbetrugs.
Ein solcher Qualitätsansatz gilt natürlich genauso für alle Zielwerte, die mit dem neuen Landesschulamt verbunden werden. Auch hier wird es wichtig sein, tatsächliche Verbesserungen erkennbar und nachweisbar werden zu lassen und ggfs. umzusteuern, wenn sich andere Ergebnisse einstellen. Mit einem Nullsummenspiel der Qualität ist niemanden gedient.
Bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im IQ und den Partnern außerhalb bedanke ich mich für das langjährige Vertrauen in die Arbeit des Instituts für Qualitätsentwicklung, für die viele Unterstützung, die wir als IQ erhalten haben, um die Bildungsqualität in Hessen durch eine moderne und intelligente Steuerung und durch klare und harte und zwingende Daten zu verbessern, immer an der Seite einer an Qualität orientierten Bildungspolitik. Wir freuen uns auf die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit allen innerhalb des Bildungsbereiches, aber auch mit den vielen gesellschaftlichen Kräften, wie den Kirchen und den Unternehmerverbänden (VhU/IHK), die uns als vertrauende Partner an der Seite gestanden haben. Gerade ist etwa mit dem Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung der bestehende Kooperationsvertrag um weitere 5 Jahre verlängert worden. Wir sind also weiterhin für Sie da.
Mit den besten Grüßen, Ihr
Bernd Schreier